Hörenswert – Die Playlist von Johanna Summer

Klassik und Jazz – warum eigentlich nicht? Die deutsche Pianistin Johanna Summer macht es vor. Vielfältig und spontan improvisiert sie nicht etwa über gängige Klassiker der Jazzliteratur, sondern über Stücke Bachs und Schumanns. Mit vier CDs, Preisen wie den deutschen Jazzpreis oder den Jazz Pott und Auftritten an renommierten Musik-Festivals macht sich die junge Jazz-Pianistin ihren Namen. Für uns hat Johanna Summer eine Playlist kuratiert mit Werken, die sie inspirieren und begleiten. Entdecken Sie jetzt die Playlist auf Spotify.

Am Freitag, 23. Februar erleben Sie Johanna Summer im Freikonzert. «Standards» heissen im Jazz die Stücke, die als Vorlagen fürs Improvisieren dienen. Meist sind das unvergängliche Broadway-Songs der Vergangenheit; «Klassiker» sozusagen. Warum eigentlich nicht zu den klassischen Klassikern greifen? Die Jazzpianistin Johanna Summer, noch keine dreissig Jahre alt, tut genau das: Waren es auf ihrem Debut-Album die «Kinderszenen» von Robert Schumann, so bilden derzeit Stücke von Bach bis Ligeti die Ausgangspunkte ihrer Improvisationen. Weil klassische Stücke aber anders gemacht sind als die üblichen Jazz-Standards, geht auch Summer anders vor: Sie greift sich da eine Melodie, dort eine Stimmung heraus, dreht und wendet ihr Material, legt ein Ostinato-Pattern darunter und lässt immer wieder das Original durchblitzen. Ebenso originell wie virtuos ist das, und sorgt für Lob und Aufsehen in der Szene. Wer in klassischen Gefilden zu Hause ist, spürt die «Resonanzen» der Vorlagen vielleicht besser heraus. Wer alle Solo-Alben von Bill Evans bis Keith Jarrett im Regal stehen hat, kennt dafür die grosse Tradition, in die Summer sich einreiht. Nötig ist beides nicht: Jazz- und Klassik-Fans kommen bei Summer gleichermassen auf ihre Kosten, live erst recht.

FR 23. FEB, 18.30 UHR
THANK GOD IT’S FRIDAY
meet Johanna Summer

Klavier Johanna Summer
Johanna Summer «Resonanzen» – Jazzimprovisationen über Musik von Bach, Schubert, Grieg & Co