Fünf Fragen an das JACK Quartet

Fünf Fragen an das JACK Quartet

mit Felix Kriewald

Mit welcher berühmten Person, ob lebendig, tot oder fiktiv, würdest du gerne einmal zu Abend essen?

Austin Wulliman: Thomas Pynchon. Ich liebe seine Schriften und seinen Sinn für Humor. Ich stelle mir vor, dass wir eine ausgelassene Zeit haben, einen großen Joint rauchen und sehr seltsame Theorien über die Welt aufstellen würden.

Christopher Otto: Ich würde gerne mit dem berühmten Nobody aus Emily Dickinsons Gedicht zu Abend essen, man kann sich so gut mit ihm identifizieren!

Jay Campbell: GG Allin. Klingt nach einer wirklich wilden und schrecklichen Person.

John Pickford Richards: Andrew Sutherland aus Andrew Hollerans Roman Dancer from the Dance. Ich war schon immer von der queeren Kultur in New York kurz vor der HIV-Epidemie fasziniert und diese Figur erscheint mir besonders chaotisch und fabelhaft.


Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch die Werke einer einzigen Person aufführen könntest, wer wäre das?

Austin: J. S. Bach. Der ultimative Lebensinhalt.

Chris: Ich würde die Werke des einzig wahren Komponisten aufführen: des Formlosen, vor aller Existenz. Muss Musik auf einen Menschen zurückgehen?

Jay: J. S. Bach.

John: Ich glaube nicht, dass ich in der Lage bin, musikalisch monogam zu sein!


Als was würdest du gerne arbeiten, wenn du kein Musiker sein dürftest?

Austin: Ich wäre gern Personal Trainer. Ich liebe es, andere zu motivieren und die positive Energie zu spüren, die entsteht, wenn Menschen ihren Körper bewegen!

Chris: Es gibt keine Welt, in der ich nicht Musiker sein könnte; Musik umfasst die gesamte Existenz. Selbst wenn ich hirntot wäre und keine kognitiven (geschweige denn auditiven) Körperfunktionen hätte, würde ich irgendwie Musik machen.

Jay: In der Unfallchirurgie. Das scheint sehr extrem zu sein und jeder Tag wäre voller unerwarteter Begebenheiten, Wunder und Tragödien.

John: Ich würde gerne Menschen durch Sozialarbeit helfen, am liebsten auf direktem Wege. Vor allem in New York, das so teuer und dicht besiedelt ist, brauchen die Menschen Hilfe zum Leben. Aber ich bin nicht für die Politik geschaffen!


Die Uraufführung welches Stückes hättest du gerne persönlich miterlebt?

Austin: Wer kann sich etwas Interessanteres vorstellen als Le Sacre du Printemps? Ich glaube, ich bin auch ziemlich neugierig, wie die ersten Aufführungen der späten Quartette von Beethoven geklungen haben und wie sich die Leute dabei gefühlt haben.

Chris: Wahrscheinlich den Urknall – es macht Spaß, sich vorzustellen, bei der Entstehung des Universums dabei gewesen zu sein.

Jay: John Zorns Cobra.

John: Iannis Xenakis’ Tetras, das 1983 vom Arditti Quartett uraufgeführt wurde.


Für welche unkonventionelle Besetzung würdest du gerne ein Stück komponieren?

Austin: Ich habe vor, ein Stück für 432 gestimmte Haarkämme zu schreiben, die von MIDI-gesteuerten Maschinen gespielt werden ... Das wäre Teil einer größeren Installation, die auch ein ungewöhnlich besetztes Orchester einbezieht, bei dem die Musiker:innen unter der Bühne sitzen und nur ihre Kopfe zu sehen sind.

Chris: Ich würde gerne für Klavier und Violine komponieren (NICHT für Violine und Klavier). Je subtiler die Subversion, desto stärker.

Jay: Gezeiten-Pfeifenorgel.

John: Eine Überschallknall-Sinfonie.

 

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MI 26./DO 27. MÄR 2025 – Stadthaus – 19.30 Uhr

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Praktikant:innen-Treffen

Letzte Woche traffen sich unsere Praktikant:innen der Saison 25/26 mit Roberto González-Monjas. Nach der Probe kamen unsere jungen Musiker mitsamt ihren Instrumenten zusammen, um sich gegenseitig und Roberto auch jenseits des Konzertbetriebs kennenzulernen. In diesem Rahmen wurde musiziert, zugehört, ausprobiert und ausgetauscht.

Mit dabei waren: Yelyzaveta Zubenko (Violine), Paloma Serrano Garcia (Viola), Natacha Stumpe (Kontrabass), Evdokia Kolyasina (Flöte), Geukchan Lee (Klarinette) und Clara Hinterholzer (Fagott) – leider verhindert war Tiphaine Lucas (Violoncello).
Im Gespräch gab es Raum für Neugier, Visionen und Anekdoten sowie die Gelegenheit, Roberto mit Fragen zu löchern – zu seinem Werdegang, seiner künstlerischen Haltung und dem Leben als Musiker. Es war ein inspirierender Austausch auf Augenhöhe.
Solche Begegnungen sind ein zentraler Teil unserer Arbeit beim Musikkollegium Winterthur: Wir wollen nicht nur auf höchstem Niveau musizieren, sondern auch junge Talente fördern, begleiten und sie in die Welt des Berufsorchesters einführen. Im Miteinander und in der Vielfalt der Perspektiven wächst die musikalische Qualität.

Danke an alle Beteiligten für diesen lebendigen Nachmittag!