Die Spuren der Vergänglichkeit

Das Kulturmagazin Coucou hat für die Saison 24/25 eine Bildstrecke kuratiert, die sich passend zum Saisonthema VERGEHEN mit der Vergänglichkeit und ihrer Beständigkeit auseinandersetzt.

Die Vergänglichkeit ist das Beständige. Überall und jederzeit hinterlässt sie mal un-, mal merklich ihre Spuren. Irgendwann öffneten sich die Risse in den Backsteinmauern der ehemaligen Industrie, verkleisterte Staub ihre Fenster, verdreckten Spinnweben die Ecken, während ringsum die Gräser, Sträucher, Bäume grünten, vertrockneten und schliesslich verendeten. Zwischen diesem Werden und Vergehen gingen Menschen ihrem Alltag nach, pflasterten sich aus ihrem Besitz, ihren Karrieren, ihren Fähigkeiten eine Laufbahn – Richtung Epitaph. Für diesen modernen Totentanz namens «Meine Identität» produzierten sie Unmengen an Abfall, der vielleicht recycelt wird, um dann – vorläufig – anderen als Accessoire ihres Kostüms zu dienen. Manchmal machten sich die Menschen gar die Mühe, Kunst, manchmal Kulturmagazine zu schaffen. Zum Beispiel das Coucou, das in der prekären Situation des Kulturjournalismus selbst vom Verschwinden bedroht ist, das aber – noch – dem Kulturschaffen ein Echo gibt, um sein Verhallen ein wenig zu verzögern ... immer im Wissen, dass die Vergänglichkeit das Beständige, aber keineswegs das Entscheidende ist.

Julius Schmidt, Redaktor Coucou Kulturmagazin Winterthur

 

Wir danken Miriam Rutherfoord und Roman Surber, Bildredaktion Coucou, für die Bildauswahl.

 

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Praktikant:innen-Treffen

Letzte Woche traffen sich unsere Praktikant:innen der Saison 25/26 mit Roberto González-Monjas. Nach der Probe kamen unsere jungen Musiker mitsamt ihren Instrumenten zusammen, um sich gegenseitig und Roberto auch jenseits des Konzertbetriebs kennenzulernen. In diesem Rahmen wurde musiziert, zugehört, ausprobiert und ausgetauscht.

Mit dabei waren: Yelyzaveta Zubenko (Violine), Paloma Serrano Garcia (Viola), Natacha Stumpe (Kontrabass), Evdokia Kolyasina (Flöte), Geukchan Lee (Klarinette) und Clara Hinterholzer (Fagott) – leider verhindert war Tiphaine Lucas (Violoncello).
Im Gespräch gab es Raum für Neugier, Visionen und Anekdoten sowie die Gelegenheit, Roberto mit Fragen zu löchern – zu seinem Werdegang, seiner künstlerischen Haltung und dem Leben als Musiker. Es war ein inspirierender Austausch auf Augenhöhe.
Solche Begegnungen sind ein zentraler Teil unserer Arbeit beim Musikkollegium Winterthur: Wir wollen nicht nur auf höchstem Niveau musizieren, sondern auch junge Talente fördern, begleiten und sie in die Welt des Berufsorchesters einführen. Im Miteinander und in der Vielfalt der Perspektiven wächst die musikalische Qualität.

Danke an alle Beteiligten für diesen lebendigen Nachmittag!