Bogdan Božović
Mo 18.Mai 2026 12.15Nachdem er in der letzten Saison als Konzertmeister mit Georg Muffats «Delirium Amoris» ein …
Mit Othmar Schoecks «Sommernacht» und Franz Schrekers Intermezzo bringt das Musikkollegium Winterthur unter der Leitung von Nils Erik Måseidvåg Werke zweier Komponisten zur Aufführung, die beide nach dem zweiten Weltkrieg in Vergessenheit gerieten und erst seit einigen Jahrzehnten wieder vermehrt aufgeführt werden. Die 1945 komponierte «Sommernacht» ist ein pastorales Intermezzo, dessen warmer Streicherklang, atmosphärische Bögen und ausbalancierte Melancholie die innovativen Klagkontraste von Schoecks Frühwerk weit hinter sich zurücklassen. In dieser impressionistisch anmutenden Programmmusik hört man gespannt den zirpenden Grillen und zwitschernden Vögeln der lauen Sommernacht zu – kein Wunder, gehört das Werk zu seinen meistaufgeführten Werken. Das Intermezzo für Streichorchester schrieb Franz Schreker um 1901 für einen Kompositionswettbewerb, bei dem er prompt den ersten Preis gewann. Die Jury, in der auch Schrekers Kompositionslehrer Robert Fuchs sass, war besonders von der Stimmführung der geteilten Streicher und dem daraus resultierenden reichen Klang angetan. «Klang» ist denn auch die Kompositionsmaxime, mit der sich Schreker in späteren Werken besonders intensiv beschäftigt hat. Abgerundet wird das Programm dieses Lunchkonzerts mit Zoltán Kodálys «Tänzen aus Galánta», in denen die Klangfarben der Blasinstrumente zu jenen der Streicher hinzutreten. Die sich abwechselnden langsamen und schnellen Tanzmelodien zeichnen den Steigerungsverlauf dieses Lunchkonzerts nach und kulminieren in einem fulminanten, temperamentvollen Finale. Vielleicht sind Sie dann so beschwingt, dass Sie gleich ins Restaurant Bloom hinübertanzen, wo sie gegen Voranmeldung mit dem «Musikkollegium-Package» vergünstigt zu Mittag essen können.