Musik über Mittag

Schubert & Schoeck

Fr 29. Jan 2027 12.15
CHF
  • 30
freie Platzwahl
Location
Theater Winterthur
Beginn
12.15 Uhr
Ende gegen
13.15 Uhr
Alle Daten

Türöffnung und Bar 11.15 Uhr

Imbiss und Getränke an der Bar erhältlich

Besetzung
Ensemble
Sarastro Quartett
Viola
Marie-Luise Hermann
Violoncello
Lehel Donáth
Franz Schubert Streichquartett g-Moll, D 173
Othmar Schoeck Streichquartett Nr. 2 C-Dur, op. 37

Mit 18 Jahren hatte Schubert bereits zehn Streichquartette geschrieben, und was für welche! In seinem g-Moll-Quartett ist es zu erleben. Traditionsbewusst (im Menuett schaut Mozarts g-Moll-Sinfonie um die Ecke), voll anmutiger Erfindung, und ganz quartettmässig durchgearbeitet. Wie viel schwerer hatte es da Othmar Schoeck: Als er sein 2. Streichquartett komponierte, ging er auf die Vierzig zu, und von seiner Jugend- und Studienzeit trennte ihn nicht bloss ein Weltkrieg, sondern eine musikästhetische Wende. Strawinsky und Hindemith, erst recht Schönberg hatten eine ganz neue Art von Musik in die Welt gesetzt. Schoeck nahm diesen Wandel aus nächster Nähe war. 1923 reiste er erstmals nach Paris zu Arthur Honegger, wo er u.a. begeistert Strawinskys «Les Noces» hörte. Im Sommer fuhr er mit seinem Winterthurer Förderer Werner Reinhart in dessen «grande voiture blanche» nach Salzburg an die Kammermusikfestspiele der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Hier hörte er die allermodernste Musik der Zeit, nicht zuletzt Streichquartette von Alban Berg, Ernst Krenek, William Walton, Igor Strawinsky, Alois Hába und Darius Milhaud. Und dies alles, während er mitten in der Komposition seines eigenen Quartetts stand! Umso spannender ist es, bei Schoeck den Spuren jener Werke nachzuhorchen, die auf je eigene Weise «modern» waren. Neue, dunkle Harmonien im «Grave»-Kopfsatz, fast freitonales Schweben im Allegretto, einen Hauch Maschinenmusik im Pizzicato-Scherzo. Im Lento begegnen uns recht avancierte Dissonanzen, die Schoeck allerdings sanft schichtet. Das Finale schliesslich schwingt das Tanzbein, mit Polyrhythmik und Synkopen, wie es in den «roaring twenties» Mode war. Kein Jahr nach der Uraufführung erklang Schoecks neues Quartett natürlich auch in Winterthur. Ernst Wolters, Primarius des Winterthurer Streichquartetts und mit modernster Musik durchaus vertraut, sagte, es sei «sehr schwer» …

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