Rezital Sol Gabetta

Do 28. Jan 2027 19.30
CHF
  • 50
  • 70
  • 85
  • 95
Location
Stadthaus
Beginn
19.30 Uhr
Ende gegen
21.30 Uhr
Alle Daten
Besetzung
Violoncello
Sol Gabetta
Klavier
Bertrand Chamayou
Benjamin Britten Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur, op. 65
Edvard Grieg Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll, op. 36
PAUSE
Witold Lutosławski Grave, Metamorphosen für Violoncello und Klavier
Sergej Rachmaninoff Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll, op. 19

Celloherz, was willst du mehr! Wenn Sol Gabetta ins Stadthaus kommt und ihr Programm mit den Sonaten von Edvard Grieg und Sergej Rachmaninoff dann auch noch zwei der allerschönsten romantischen Cellowerke enthält, ist eine musikalische Sternstunde vorprogrammiert. Als Liszt- und Ravel-Experte hat Bertrand Chamayou die flinken Finger und die duftige Farbpalette, die der Klavierpart bei Rachmaninoff und Grieg erfordert. Dass Rachmaninoff ein Jahrhundertpianist war, ist allgemein bekannt, aber auch Grieg war ein ausgezeichneter Pianist, der am führenden Konservatorium in Leipzig in der Tradition von Schumann und Mendelssohn studiert hatte. Das ist auch Griegs Musik anzuhören, die eben nicht nur von norwegischen Volkstönen und einfallsreicher Harmonik lebt, sondern von einer handwerklichen Meisterschaft, die von Brahms genauso geschätzt wurde wie von Tschaikowsky. Diese beiden so unterschiedlichen Geister hätten vermutlich auch bei Rachmaninoffs Cellosonate übereingestimmt, denn sie vereint ebenfalls Gefühl und Geist, Tradition und Neues. Keines der Werke wäre entstanden ohne persönliche Beziehungen: Grieg widmete seine Sonate dem Bruder, der einst hatte Cellist werden wollen, Rachmaninoff sein Werk einem befreundeten Cellisten, der überdies sein Trauzeuge war – und Benjamin Britten schrieb all seine Cellokompositionen für Mstislaw Rostropowitsch. Mit ihm hat Britten das Stück auch aufgenommen, und da wird Freundschaft hörbar: In der grossen «Elegia» des langsamen Satzes ebenso wie in den neckischen Zwiesprachen der schnellen Sätze, deren erster bezeichnenderweise «Dialogo» überschrieben ist. Was für ein Glück, dass Gabetta und Chamayou so innig vertraute Kammermusikpartner:innen sind und die hohe Kunst der musikalischen Kommunikation pflegen wie wenig andere. Wenn Klavier und Violoncello dann die Motive hin und her spielen, blitzt bei Grieg aus allem Gefühl auch Humor auf, und Britten zeigt sich in befreiter Lebensfreude wie selten sonst.

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