Bogdan Božović
Mo 18.Mai 2026 12.15Nachdem er in der letzten Saison als Konzertmeister mit Georg Muffats «Delirium Amoris» ein …
Freikonzerte haben beim Musikkollegium Winterthur eine lange Tradition: Seit gut 150 Jahren gibt es sie nun schon. Nicht ganz so geschichtsträchtig ist die Reihe der Lunch-Konzerte, die nun in ihre dritte Saison startet. Eröffnen wird sie diesmal der Assistenzdirigent Nils-Erik Måseidvåg, der in der vergangenen Saison im Rahmen eines Lunch-Konzertes beim Musikkollegium Winterthur debütierte. Auf dem Programm: Zwei Werke mit programmatischen Titeln, deren Inhalte dann aber doch mehrdeutiger sind, als man meinen könnte. Gustav Mahler hat «Blumine» als Teil der Bühnenmusik für «Der Trompeter von Säkkingen» komponiert. Der Name kam jedoch erst hinzu, als Mahler das Stück für seine erste Sinfonie wiederverwendete – im Original handelte es sich weniger um Botanik als vielmehr um ein Ständchen des Trompeters Werner an seine Geliebte Margareta. Noch offener für verschiedene Deutungen ist Mendelssohns vierte Sinfonie mit dem Beinamen «Italienische». Sind es die maroden Paläste Venedigs, ein Gedicht Goethes oder doch etwa eine Pilgermelodie, welche die dunklen Grautöne des zweiten Satzes portraitieren? Umso deutlicher wird dem Publikum jene Heiterkeit und Unbeschwertheit in den Ecksätzen erfahrbar, jene Lebensfreude, die man – damals wie heute – mit Italien verbindet.