Beethovens Pastorale
Mi 02.Sep 2026 19.30«Natürlich», «künstlich»… Ist das nicht ein merkwürdiger Gegensatz? Hat nicht die Natur schon seit …
Abbrechen und noch einmal neu anfangen musste Mozart sein erstes Konzert in Wien. Warum, das berichtet Mozart gleich selbst: weil am Konzertbeginn «des applaudiren kein Ende war». Welches Klavierkonzert er genau gespielt hat an diesem Aprilabend im Jahr 1781, das lässt sich zwar nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber fast sicher war es das Es-Dur-Konzert KV 271, das neueste und spektakulärste seiner Konzerte. Was für einen Effekt das gemacht haben musste, können wir bis heute nachvollziehen: Da wäre nur schon der überraschend frühe Auftritt des Soloklaviers gleich zu Beginn. Oder das wundervoll opernhafte Andantino. Oder das enorm virtuose Finale. Damit dieses Effekt-Feuerwerk zündet, braucht es jemanden, der Mozarts Rolle ausfüllt: Kristian Bezuidenhout ist dafür der perfekte Pianist, der sich auf historischen und modernen Instrumenten gleichermassen feinsinnig und musizierfreudig zeigt.
Ein gutes Jahrhundert nach Mozart reiste ein anderer junger, hochtalentierter Musiker in eine Metropole: George Enescu, rumänischer Geiger, Pianist und Komponist mit Traumziel Paris. Und die Ballung von verblüffendem Können und riesigem Selbstbewusstsein, die Mozarts Klavierkonzert so deutlich zeigt, ist bei Enescu kein bisschen schwächer zu spüren. Sein Streichoktett von 1900 ist der umwerfende Beweis: Die acht Stimmen reichen knapp, um die Fülle seiner Einfälle zu fassen und seine polyphone Flechtkunst zu demonstrieren. Über fast vierzig Minuten spannt sich dieses golddurchwirkte Klang-Band. Wer das Stück nicht kennt, muss es zumindest einmal im Leben gehört haben.