Jakob Lehmann dirigiert Sibelius
Do 27.Mai 2027 19.30Zwei Debüts, eine Uraufführung, ein Abschied und kraftvolle Musik aus Finnland: Das alles bietet das …
Zwei Debüts, eine Uraufführung, ein Abschied und kraftvolle Musik aus Finnland: Das alles bietet das zweitletzte Abokonzert der Saison. Erstmals zu Gast beim Musikkollegium Winterthur ist der Dirigent Jakob Lehmann, der sich mit einer historisch informierten Aufführungspraxis einen Namen gemacht hat. Auf dem Programm steht nicht etwa Gioacchino Rossini, dessen Œuvre sein Spezialgebiet ist, sondern zwei Werke des finnischen Komponisten Jean Sibelius.
Die «Cassazione» schrieb Sibelius 1904 als Lückenbüsser für ein Kompositionskonzert, griff dafür aber auf deutlich älteres Material zurück. Sibelius überarbeitete das Stück mehrfach, blieb aber unzufrieden – «Bör omarbetas» («sollte überarbeitet werden») notierte er noch 1905 lakonisch. Zu Lebzeiten unveröffentlicht, geriet die «Cassazione» in Vergessenheit und zählt bis heute zu den eher selten gespielten Werken des Finnen. Ganz anders seine fünfte Sinfonie: Mit ihrer ebenso einprägsamen wie wirkungsvollen Finalmelodie, zu der Sibelius der Flug von Schwänen inspiriert haben soll, gehört sie zu seinen beliebtesten Orchesterwerken.
Doch zurück zu den Debüts: Ebenfalls zum ersten Mal in Winterthur zu hören ist ein Werk des Zürcher Komponisten und Flötisten Philippe Racine. Im Auftrag des Musikkollegium Winterthur schrieb er ein Konzert für Viola und Orchester. Den Solopart in dieser Uraufführung übernimmt Jürg Dähler, langjähriger Stimmführer des Bratschenregisters, der sich mit diesem Konzert aus dem aktiven Orchesterdienst verabschiedet.