Hommage an Klaus Huber

Fr 04. Dez 2026 19.00
CHF
  • 45
Mitglieder gratis, freie Platzwahl
Location
Stadthaus
Beginn
19.00 Uhr
Ende gegen
20.45 Uhr
Alle Daten

18.45 Uhr Konzerteinführung im Stadtratsaal

Henry Purcell «When I am laid in Earth» Lament der Dido aus der Oper «Dido und Aeneas»
Klaus Huber «Ein Hauch von Unzeit III» für variable Besetzung
Antonio Vivaldi Sinfonia h-Moll «Al Santo Sepolcro» RV 169
Olivier Messiaen «Abîme des oiseaux»
Henry Purcell Chacony g-Moll, Z 730
PAUSE
Klaus Huber «Die Seele muss vom Reittier steigen...» für Violoncello, Baryton, Contratenor und 2 Orchestergruppen. Text von Mahmoud Darwisch

Klaus Huber (1924–2017) hat seine Epoche als Komponist und Lehrer mit Tönen und Worten mitgeprägt. Vom schweizerisch ausgeformten Neoklassizismus der Nachkriegszeit bis zu einer transkulturellen Offenheit des 21. Jahrhunderts spannt sich der Bogen seines Schaffens. «Die Seele muss vom Reittier steigen», eine Art Kammerkantate von 2002, offenbart exemplarische Huber-Facetten, nicht zuletzt eine effektvolle, klangsinnliche Zerbrechlichkeit. Die Idee einer Wirkmacht des Zerbrechlichen teilt Huber mit dem palästinensischen Dichter Mahmud Darwisch, dessen Zeilen sein kreatives Feuer offensichtlich entfacht haben. Eine gute halbe Stunde dauert das Werk, in dem ganz viele von Hubers Interessen zusammenkommen: Stille und Aufschrei, Mikrotonalität und arabisches Tonsystem, Mystik und politisches Engagement. Dazu gehören für Huber auch «unzeitgemässe» Instrumente wie das Baryton, das um 1800 aus der Mode gekommen ist, oder die hohe Gesangspartie, welche barocke Klangwelten und arabische Anmutungen verbindet. Singen, flüstern, verkörpern wird die sie der aufstrebende Winterthurer Countertenor Elmar Hauser. Roberto González-Monjas wiederum knüpft auf Hubers Spuren ein sinniges Netz von Klagemusik quer durch die Epochen. Zurück zu Henry Purcells Schlussgesang aus «Dido and Aeneas», einer der schönsten und traurigsten Musik überhaupt, und wieder vorwärts zu Olivier Messiaens apokalyptischem «Abgrund der Vögel» für Klarinette solo, bis hin eben zum eindringlichen Höhepunkt: «Die Seele muss vom Reittier steigen und gehen auf ihren Seidenfüssen…» 

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