Kammermusik mit Elisabeth Leonskaja
So 31.Mai 2026 18.00So deutlich lassen sich «Ursprünge» in der Musikgeschichte selten festmachen: Mit Robert Schumanns …
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war es keine Selbstverständlichkeit mehr, Sinfonien zu komponieren. Komponisten wie Franz Liszt und Richard Wagner stellten das Primat der Sinfonie mit neuen Konzepten, die vermehrt aussermusikalische Programme in die Werke integrierten, in Frage. Carl Nielsen, einer der bekanntesten dänischen Komponisten, schrieb noch Sinfonien, gar derer sechs sollten es werden. Zuweilen experimentierte er darin sehr wohl mit einem Programm, etwa in der zweiten und fünften Sinfonie; mit dem neudeutschen Verständnis von Programmmusik à la Wagner hatte dies aber kaum etwas zu tun. In seiner ersten Sinfonie hört man dagegen deutliche Referenzen auf Nielsens grosses Vorbild: Ludwig van Beethoven. Wie in dessen fünfter Sinfonie setzt Nielsen weniger auf grosse melodische Gesten als vielmehr auf eine konzise Form, die sich aus kleinen, rhythmischen Motiven ergibt.
Ganz sinfonisch in ihrem Charakter ist Mozarts Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester. In einer fein ausgearbeiteten Dialogstruktur übernehmen neben den beiden Solostimmen besonders auch die Blasinstrumente eine tragende Rolle. Mozart eröffnet den ersten Satz mit majestätischen Es-Dur Akkordschlägen, als möchte er den Vorhang zu einem spektakulären Schauspiel öffnen. Dass die daraus hervorgehende Erwartungshaltung getäuscht wird, indem sich die beiden Soloinstrumente kaum merklich in das Geschehen einfügen, ist bei Mozart schon fast wieder vorauszuahnen. Die Leitung dieses wunderbaren Programms übernimmt Nils Erik Måseidvåg. Nach zwei intensiven Jahren in Winterthur ist er nun ein letztes Mal als Assistenzdirigent auf der Stadthausbühne zu erleben – eine Gelegenheit, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten!