Quasi una fantasia
Do 15.Apr 2027 19.00
Der Winterthurer Konzertmeister Bogdan Božović und der schottische Pianist Alasdair Beatson haben schon zahlreiche kammermusikalische Projekte zusammen realisiert. Im September 2024 gaben sie ihr gemeinsames Debut im Stadthaus mit Sonaten von Bach. Da ist es nur passend, wenn die beiden für ihr zweites gemeinschaftliches Projekt in Winterthur Werke jenes Mannes programmieren, der die Bach-Renaissance wesentlich prägte. Wobei, als Felix Mendelssohn 1823 das Doppelkonzert für Klavier, Violine und Streicher komponierte, war er mit gerade mal 14 Jahren noch ein Knabe. Dennoch hatte er zu dieser Zeit bereits drei andere Werke für Soloinstrument und Orchesterbegleitung geschrieben. Nach der ersten Privataufführung im Mai 1823 mit seinem Geigenlehrer Eduoard Rietz fügte er Bläser- und Paukenstimmen hinzu und eine öffentliche Vorstellung im Berliner Schauspielhaus folgte noch im selben Jahr. Das Werk erschien zu Mendelssohns Lebzeiten nie im Druck, erst 1999 erfolgte eine erste Veröffentlichung.
Auch der dritten Violinsonate in F-Dur, die Mendelssohn 1838 komponierte, ereilte ein ähnliches Schicksal: Von Mendelssohn als «schlecht» empfunden, sollte es bis 1953 dauern, als kein Geringer als Yehudi Menuhin das Manuskript entdeckte und erstmals herausgab. Die Sonate besticht mit einem ersten Satz von brillanter Virtuosität und einem federleichten Rondofinale, in dem das Perpetuum Mobile des Refrains mit dem schalkhaften Couplet-Thema ein lebhaftes Wechselspiel entfalten.