Heimat Kiew
So 21.Jun 2026 14.00Eine Stadt wird erst dann zur Heimat, wenn sie eine eigenständige Kultur besitzt und zelebrieren …
Der Begriff Harmoniemusik bezeichnet heute ein Orchester mit gemischter Besetzung von Holzbläsern, Blechbläsern und Perkussionisten. Doch bereits im 18. Jahrhundert erfreute sich der gleichnamige Vorläufer grosser Beliebtheit, freilich in einer deutlich kleineren Sextett-Besetzung mit je zwei Oboen, Fagotten und Hörner. 1782 begründete Kaiser Joseph II die Kaiserlich-Königliche Harmonie und ergänzte sie mit zwei Klarinetten. Das Ensemble war erheblich günstiger als ein Orchester und liess sich dennoch in grossen Sälen und an Aktivitäten im Freien einsetzen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Joseph II an zahlreichen Adelshöfen bald Nachahmer fand, so auch am Bonner Hof des Kölner Kurfürsten Max Franz. Für dessen Harmoniemusik schrieb Ludwig van Beethoven, kurz vor seiner zweiten Reise nach Wien 1792, das Oktett in Es-Dur. Es sprengt, wie auch Mozarts Bläserserenade Nr. 12, den für die Harmoniemusik vorgesehenen Rahmen der Tafelmusik, die während Banketten, Empfängen und Abend-Unterhaltungen im Hintergrund gespielt werden konnte. Vielmehr zielen Themen, Klang und Instrumentenbehandlung auf sinfonische Wirkung ab. Seien Sie also gespannt auf den sinfonischen Klang der Bläser:innen des Musikkollegium Winterthur – und verschieben Sie Ihr Sonntagsbankett getrost auf die Zeit nach dem Konzert.