Eroica
Di 24.Nov 2026 19.00Das Musikkollegium Winterthur lädt immer wieder gern Schweizer Partnerorchester nach Winterthur ein. …
Klavierquartette gibt es viele (und viele schöne, wie Beethovens Es-Dur-Quartett WoO 36/1 beweist). Klavierquintette hingegen sind schon seltener anzutreffen. Dafür haben viele Komponist:innen gerade in diesem Fach besonders schöne Werke geschrieben: Das Klavierquintett von Hermann Goetz ist so ein Fall. Was für ein vollendetes, anmutiges Stück! Es reiht sich zwischen die berühmteren Klavierquintette von Schumann und Dvořák ein, ganz ohne sich verstecken zu müssen. Gefühlvoll erfundene Musik, feingliedrig ausgearbeitet, klangsinnlich auf Klavier und Streichinstrumente verteilt. Die Molltonart, in der das Werk steht, drängt sich zwar nicht mit Pathos auf, behält aber trotzdem die Oberhand, denn auch das Finale schliesst mit einer fast dramatischen Wendung in c-Moll. Vielleicht wäre dem zeitlebens tuberkulosekranken Komponisten ein allzu lichtes Ende verlogen vorgekommen? Mit dreiundzwanzig Jahren kam er 1863 nach Winterthur, wurde Organist an der Stadtkirche und blieb es fast zwanzig Jahre. 1870 zog er mit seiner Winterthurer Ehefrau und der gemeinsamen Tochter, der späteren Kinderbuchillustratorin Margarete Goetz, in die damalige Zürcher Vorortsgemeinde Hottingen, wo er 1876 an seiner Krankheit starb. Heute, 150 Jahre später, ist es höchste Zeit, seine Musik wieder öfter zu spielen. Die vier Streicher:innen des Musikkollegiums und der Pianist Martin Lucas Staub tun es, und beglücken damit sich und uns.