Luise Adolpha Le Beau
Fr 19.Mär 2027 12.15
Barbara Hannigan machte bereits als junge Sängerin mit ihren virtuosen und feinfühligen Interpretationen moderner Musik auf sich aufmerksam: Keine Partie war ihr zu anspruchsvoll, weder Bernd Alois Zimmermann noch György Ligeti brachten sie an ihre Grenzen. Und als Dirigentin? Auch hier überzeugt sie mit clever konzipierten Programmen und begleitet sich zuzeiten gleich selbst. So auch bei Benjamin Brittens farbenfroh verklärtem Liederzyklus «Les Illuminations», mit welchem er, frisch in Amerika angekommen, den Beginn eines neuen Lebens abseits der Kriegswirren in Europa markierte. Nur wenige Jahre zuvor war auch Igor Strawinsky in Amerika und erhält dort den Auftrag für das barock angehauchte Kammerkonzert «Dumbarton Oaks». Es ist sein letztes Werk als Gast in Amerika. Nach der Fertigstellung lässt auch er sich permanent dort nieder. Beethovens Neuorientierungen kamen hingegen ohne geographischen Ortswechsel. Nach zwei beruflich weniger produktiven Jahren – von der grossen Anzahl an Liebesbriefen einmal abgesehen – sprühte er 1806 plötzlich vor Kreativität und schuf gleich mehrere Meisterwerke. Darunter befindet sich die für ihn wegweisende vierte Sinfonie. Barbara Hannigan präsentiert drei bekannte Namen mit drei ihrer (vergleichsweise) weniger gespielten Werke.