Aus meinem Leben
So 06.Sep 2026 17.00Spätestens seit Beethoven gilt die Sinfonie als die grosse, öffentliche Gattung. Das …
Man hat ihn oft den spanischen Mozart genannt, den in Bilbao geborene Juan Crisóstomo de Arriaga. Zugegeben, der Vergleich hinkt: de Arriaga lebte fünfzig Jahre später, verstarb schon als 19-Jähriger, und in seiner Musik klingt oft schon ein romantischer Ton mit. De Arriaga war ein Wunderkind – zumindest das hat er mit Mozart gemeinsam. Mit 13 Jahren komponierte er eine Oper und mit 17 und 18 seine drei Streichquartette, Werke, die von grosser Originalität und Beherrschung des kompositorischen Handwerks zeugen. Neben aller Leichtigkeit und melodiöser Schönheit bietet das d-Moll Quartett auch immer wieder harmonische Überraschungen und geistreiche Gegensätze.
Für das zweite Stück bleibt das Nuancen Streichquartett im spanischen Sprachraum, wechselt aber Kontinent und Epoche. Für ein Theaterstück komponierte der Argentinier Astor Piazzolla 1965 das Stück «Verano porteño» (Sommer in Buenos Aires). Vier Jahre später ergänzte er diesen Einzelsatz zum Jahreszeiten-Zyklus «Las Cuatro Estaciones Porteñas». Dieses leidenschaftliche Stadtportrait des Tango Nuevo-Grossmeisters verbindet Tango-Rhythmen, Jazz-Harmonien und Ausdrucksformen der Neuen Musik. Und ja – ganz dezent hört man hört man zuweilen die eine oder andere Anspielung auf Vivaldis berühmte Vorlage.