Antje Weithaas & Leo McFall
Do 10.Dez 2026 19.30Es war einmal … Wer ein Werk mit dem Untertitel «A Time There Was» versieht, dem muss nostalgisch …
Es war einmal … Wer ein Werk mit dem Untertitel «A Time There Was» versieht, dem muss nostalgisch zumute sein. Tatsächlich befand sich Benjamin Britten in den 1970er-Jahre zwischen Herzoperation, Krankheit und baldigem Tod in einer Phase intensiven Zurückschauens. In seiner «Suite on English Folk Tunes» geben Volksmusik und Tanz den Ton an, allerdings als doppelbödiges Gebilde, aus dem der groteske Tanz mit dem Tod schmerzlich durchschimmert. Wehmütig klingt auch diese Geschichte: Mit Ende zwanzig schreibt der frisch verliebte Béla Bartók ein Violinkonzert für die Geigerin Stefi Geyer, die der Beziehung allerdings wenig später ein Ende setzt. Die Liebschaft mitsamt Manuskript verschwinden in Geyers Schublade – erst 13 Jahre nach Bartóks Tod kommt das Konzert in Basel zur Uraufführung. Unsterblich geworden ist die Amour fou dennoch durch das immer wieder auftauchende Thema aus den Tönen d-fis-a-cis als Hommage an die Geigerin. Von Basel rund 500 Kilometer rheinabwärts führt Robert Schumanns 3. Sinfonie, nämlich nach Düsseldorf. In dieser Stadt empfing man ihn mit Pauken und Trompeten herzlich. Das ist der «Rheinischen» abzulesen: Die Sinfonie befindet sich im ständigen, fröhlichen Fluss und strotzt voller neugewonnenem Selbstvertrauen.