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Rimsky-Korsakow - Scheherazade

Nikolai Rimsky-Korsakow: "Scheherazade", op. 35, Sinfonische Suite aus "Tausendundeine Nacht"

Musikkollegium Winterthur, Thomas Zehetmair (Leitung), aufgenommen im September 2019

Musikkollegium Winterthur, Thomas Zehetmair (Leitung), aufgenommen im November 2018

 

Nikolai Rimsky-Korsakow zählte – neben Balakirew, Borodin, Cui und Mussorgsky – zu der berühmten «Gruppe der Fünf», die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammengeschlossenen hat, um in der Nachfolge Michail Glinkas einen russischen Nationalstil zu begründen. Offenbar war – ungeachtet der offensichtlichen ästhetischen Verpflichtung des Komponisten gegenüber Liszt und Berlioz – die programmatische Abgrenzung vom Westen auch über den Weg einer Annäherung an den Orient möglich, wie die zwei «orientalischen Suiten» Rimski-Korsakows suggerieren. «Antar» op. 9 (1868) und «Scheherazade» op. 35 (1888) sind beide viersätzig aufgebaut und basieren auf einem Märchenstoff. Musikalische Orientalismen tragen bedeutend zu einem – zwar mitreissend stilisierten, aber wenig authentischen – Kolorit des Exotischen bei. Die «Scheherazade» schöpft ihren programmatischen Inhalt aus der Sammlung «Tausendundeine Nacht», in der sich die junge Frau Scheherazade vor dem Todesurteil des Sultans bewahrt, indem sie seine Neugier weckt und ihm über die Zeitspanne von tausend und einer Nacht Märchen erzählt. Die zwei zentralen, wiederkehrenden Motive für den Sultan Schahriar und Scheherazade werden gleich zu Beginn der programmatischen Suite exponiert und erscheinen immer wieder wie zusammenhaltstiftende Manifestationen der erzählerischen Instanzen. Der erste Satz erzählt von Sindbad dem Seefahrer, der zweite vom Sufi-Prinzen Kalandar, der dritte von einer Liebesgeschichte und der vierte von einem Fest in Bagdad und vom Zerschellen von Sindbads Schiff. Mehr als diese knappen Stichworte sind dem Verständnis des Werks gar nicht zuträglich: Hören Sie selbst, wie der Tonmaler Rimski-Korsakow diese Geschichte mit grossem musikalischem Pinselstrich aufträgt!

 

Orlando Schneider

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