Archiv/Bibliothek

Stainer-Quartett

Das Musikkkollegium ist im Besitz von vier wertvollen Instrumenten von Jacobus Stainer. Details dazu finden Sie auf www.stainerquartett.ch

Archiv des Musikkollegiums

Die überregionale, ja internationale Bedeutung des Archivs des Musikkollegiums Winterthur hängt zusammen mit der kontinuierlichen Entwicklung dieser Institution seit bald 400 Jahren (Gründung 1629). Ältestes Dokument ist das kostbare Wappenbuch, das im Jahre 1660 angelegt und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts fortgeführt wurde und das neben den Wappen der Mitglieder auch Instrumenten- und Notenverzeichnisse sowie die ersten «Statuten» des Kollegiums enthält. Die Protokolle unseres Vereins reichen bis ins Jahr 1684, die Rechnungsbücher immerhin bis 1753 zurück. Aus ihnen ersehen wir z.B., welche Instrumente angeschafft oder repariert, welche Notenbestände käuflich erworben wurden. Erworben und aufgeführt wurde im Winter 1785/86 u.a. die Oper «Apollo und Daphne» des damaligen Winterthurer Musikmeisters Thomas Müller; das Notenmaterial ist noch heute vollständig erhalten!

Im 19. Jahrhundert traten neben die Ankäufe bedeutende Schenkungen. So vermehrte etwa der international tätige Musikverleger Jakob Melchior Rieter-Biedermann (1840-1848 Bibliothekar des Kollegiums, später Ehrenmitglied) den Notenschatz des Musikkollegiums grosszügig durch Ausgaben seines Verlags. Über ihn ergaben sich auch persönliche Kontakte des Kollegiums zu berühmten Komponisten und Musikern – u.a. zu Johannes Brahms. Die knapp 140 originalen Brahms-Briefe an Rieter-Biedermann stellen eine besondere Perle unseres Archivs dar. Dr. Jakob Ziegler-Sulzer (1835-1849 Kapellmeister des Kollegiums, 1862-1871 Präsident) schenkte dem Verein um 1873 seine wertvolle musikalische Privatbibliothek (134 Werke und Manuskripte). Verschiedene Musikmeister bzw. Musikdirektoren des 19. Jahrhunderts überliessen die Autographen ihrer Winterthurer Kompositionen bei ihrem Wegzug dem Kollegium.

Die Ära von Werner Reinhart und Hermann Scherchen (ca. 1920-1950) gilt zu Recht als die höchste Blütezeit des Winterthurer Musiklebens; sie hat auch unserem Archiv zu internationaler Bedeutung verholfen: Der gesamte Briefwechsel Werner Reinharts mit den musikalischen Koryphäen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – ca. 50‘000 Briefe von Richard Strauss, Schoeck, Strawinsky, Honegger, Hindemith, Schönberg, Berg, Webern und vielen anderen – gelangte nach Reinharts Tod in den Besitz des Musikkollegiums.

Archiv der Rychenberg-Stiftung

Organisatorisch vom Archiv des Musikkollegiums getrennt, aber inhaltlich aufs engste mit ihm verbunden ist das Archiv der Rychenberg-Stiftung: es beherbergt Werner Reinharts berühmte Sammlung von Musikmanuskripten (Autographen u.a. von Haydn, Mozart, Debussy, R. Strauss, Schoeck, Hindemith, Honegger, Strawinsky, Berg und Webern). Die Entstehung dieser kostbaren Sammlung kann man wiederum nirgends besser verfolgen als im Kollegiumsarchiv – im Briefnachlass Werner Reinharts.

Sowohl das Archiv des Kollegiums als auch das Archiv der Rychenberg-Stiftung befinden sich als Deposita in den Sondersammlungen der Winterthurer Bibliotheken. Währenddem die beiden Archive nur nach Voranmeldung besucht werden können, sind die ausleihbaren Bücher und Noten des Musikkollegiums unter den Signaturen MB, MN und MP im allgemeinen Katalog der Winterthurer Bibliotheken enthalten.

Sammlung Georg Ruckstuhl  

1979 hat lic.rer.pol. Georg Ruckstuhl, Journalist und Musikkritiker, Benken ZH, seine umfangreiche Tonträgersammlung dem Musikkollegium Winterthur z.T. geschenkt, z.T. auf sein Ableben hin versprochen. Die Sammlung – ein Resultat von Ruckstuhls Rezensententätigkeit beim Winterthurer «Landboten» – ist in ihrer breiten Auffächerung bezüglich der musikgeschichtlichen Epochen, der Werkauswahl und der Interpreten ein Abbild des musikalischen Schaffens der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und somit ein bedeutendes musikhistorisches Dokument für kommende Generationen.

Seit 1999 befinden sich ca. 6500 LPs und 1500 CDs in einer Kompaktusanlage des Musikkollegiums Winterthur an der Tössertobelstrasse 1 (Konservatorium). Die Tonträger sind katalogisiert und stehen allen Musikinteressierten für Forschungszwecke und wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung. Sie können bei der Bibliothekarin im Konservatorium bestellt und dann in den Räumlichkeiten der Schule abgehört werden.

Die Bibliothek ist am Dienstag von 10.00 - 11.30 und von 12.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Biografie von Georg Ruckstuhl als PDF herunterladen.

Auskünfte erteilen

Agnieszka Tutton, Bibliothekarin ZHdK, Telefon +41 43 446 52 20
Dr. Gertrud Muraro, Archivarin des Musikkollegiums, Telefon +41 52 212 22 80

Forschungsprojekt Werner Reinhart

Bedeutung und Umfang von Reinharts Briefnachlass liessen eine wissenschaftliche Erschliessung immer dringlicher erscheinen. Nach erfolgreicher Sponsorensuche konnten das Musikkollegium Winterthur und das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Zürich gemeinsam die Errichtung einer Datenbank in die Wege leiten, durch welche die Korrespondenz nicht nur detailliert mit Schlagworten versehen, sondern gleichzeitig mit Regesten erschlossen wird (2010). Priorität bei der Erschliessung der Korrespondenz haben die zwischen Reinhart und Komponisten/Dirigenten/Musikern gewechselten Briefe. Die bereits bearbeiteten Schreiben finden Sie unter www.werner-reinhart.ch.

Übrige Sammlungen

Dem Archiv des Musikkollegiums angegliedert, aber in der Villa Rychenberg und im Konservatorium platziert, sind folgende Sammlungen:

  • Bilder und Zeichnungen von den Malerfreunden Werner Reinharts (Alice Bailly, Théodore Strawinsky, Alexandre Cingria, Ernst Georg Rüegg, Gustav Gamper und vielen anderen), die zwar grossmehrheitlich nicht zur «ersten Garnitur» gehörten, das Kunstleben der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aber doch mitprägten;
  • das Tonträgerarchiv des Musikkollegiums, das seit 1970 die Tätigkeit des Winterthurer Orchesters dokumentiert und z.Z. durch die Erwerbung von alten LPs sowie von Neuausgaben alter Aufnahmen nach rückwärts erweitert wird;
  • die Taktstocksammlung unseres langjährigen Orchesterdieners Walter Stenz (entstanden zwischen 1947 und 1981), die ebenfalls – wenn auch «en miniature» – ein Stück Musik- bzw. Orchestergeschichte (von Wilhelm Furtwängler bis Victor Desarzens) vergegenwärtigt.
Kontaktadressen

Archiv des Musikkollegiums, übrige Sammlungen:

Archiv der Rychenberg-Stiftung, Archiv des Musikkollegiums: