Das Stainerquartett

1951 schenkte Gustave Huguenin, Corseaux-Vevey, in Erinnerung an seine musikalisch reichen Winterthurer "Lehrjahre" und aus Freundschaft zu Georges Zellweger, damals Mitglied der Vorsteherschaft des Musikkollegiums, unserem Verein das hervorragende Stainer-Quartett als "unveräusserliches Eigentum".

Die vier Instrumente - zwei Geigen (1659), eine Viola (1660) und ein Violoncello (1673)  - stammen von Jacob Stainer, der damals als der beste Meister seines Fachs galt. Stainer wurde um 1619 in Absam bei Hall im Tirol geboren. Er erlernte den Geigenbau ab Mitte der 1630er Jahre in Italien, sehr wahrscheinlich bei Nicolò Amati in Cremona; nach ausgedehnten Wanderjahren liess er sich um 1655 in Absam nieder; sein Name war nun weit herum bekannt, und an Aufträgen bestand offenbar kein Mangel. Ein Konflikt mit der Kirche und eine schwere psychische Erkrankung verdüsterten jedoch seine späteren Lebensjahre; auch scheinen sich seine finanziellen Verhältnisse nicht günstig entwickelt zu haben. Er starb 1683.

Die Benützung des Stainer-Quartetts im Winterthurer Musikleben wollte allerdings nach 1951 nicht so recht in Gang kommen. Ein sehr restriktives Statut schreckte die Interessenten ab. Als weiteres Hindernis erwies sich, dass die Instrumente - wie viele ihrer Artgenossen - für die Verwendung im Konzertsaal einem Umbau unterzogen worden waren (wohl im 19. Jahrhundert). Im Zusammenhang mit der grossen Stainer-Ausstellung auf Schloss Ambras bei Innsbruck 2003 - an der alle vier Instrumente des Kollegiums gezeigt wurden - entschloss sich der Vorstand, die Rebarockisierung des Quartetts in die Wege zu leiten. Die Geigenbaumeisterin Aline Oberle in Steuerberg/Kärnten führte diesen Rückbau 2003/04 durch.

Die Instrumente stehen ausgewählten Musikern zur Verfügung. Informationen dazu erhalten Sie beim Kurator René Diefenbacher oder unter www.stainerquartett.ch