

Douglas Boyd ist seit 2009 der Chefdirigent des Musikkollegiums Winterthur. Er löst den Niederländer Jac van Steen ab, der das traditionsreiche Orchester von 2002 bis 2008 geleitet hat.
Boyd wurde in Glasgow (Schottland) geboren und studierte Oboe bei Janet Craxton an der Royal Academy of Music in London, wo er heute selber unterrichtet, und bei Maurice Borgue in Paris. Er war einer der Gründer des Chamber Orchestra of Europe und bis vor kurzem dessen Solo-Oboist.
Er ist zur Zeit Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Manchester Camerata, erster Gastdirigent bei der City of London Sinfonia, Musikalischer Co-Leiter des Gardner Chamber Orchestras, Boston und Künstlerischer Partner beim St Paul Chamber Orchestra, Minnesota.
Douglas Boyd wurde für die Dauer von vier Jahren nach Winterthur gewählt. Er übernimmt die Verantwortung für die künstlerische Entwicklung des Musikkollegiums wie auch für die Gestaltung und das Dirigat von etwa 15 Konzerten pro Saison. Zudem sind auch Tourneen und CD-Einspielungen geplant.
Mitbegründer des Chamber Orchestra of Europe
Boyd gehört zu den aufstrebenden Dirigenten der jüngeren Generation. Er leitet derzeit die Manchester Camerata, mit der er seit 7 Jahren eine profilierte kammerorchestrale Konzert- und Aufnahmetätigkeit entfaltet hat. Boyd war zudem Gastdirigent so renommierter Orchester wie des BBC Symphony, des BBC Scottish Symphony, des Bournemouth Symphony und des English Chamber Orchestra.
Erste internationale Berühmtheit hatte Boyd als Mitbegründer des Chamber Orchestra of Europe erworben, dessen Erster Oboist er seit 2002 war und das er immer wieder auch als Dirigent leitet. Das Ensemble ist eines der renommiertesten europäischen Kammerorchester. Es hat mit seinen Interpretationen von Werken aus allen Musikepochen einen exzellenten Ruf erworben. Die Dirigenten Claudio Abbado und Nikolaus Harnoncourt arbeiteten intensiv mit dem Orchester zusammen, das von der Europäischen Union unterstützt wird.
Künstlerisches Profil weiter schärfen
Mit Boyd erhält das Musikkollegium einen Spezialisten für Kammerorchester als neuen Chef. Das erlaubt es, in den nächsten Jahren das künstlerische Profil zu schärfen und die Konzerttätigkeit im In- und Ausland auszudehnen. Boyd steht in einer Reihe von Vorgängern mit klingenden Namen. So standen dem Musikkollegium unter anderem Franz Welser-Möst (1987–1990), János Fürst (1990–1994) und Heinrich Schiff (1995–2001) vor.
Das Musikkollegium Winterthur gehört mit seinen Wurzeln im 17. Jahrhundert zu den ältesten Orchestern Europas. Aufgrund seiner Grösse von 50 Musikerinnen und Musikern bilden Klassik und Frühromantik neben Werken des 20. Jahrhunderts die Schwerpunkte des Repertoires. Musiker wie Rudolf Buchbinder, Mikhail Pletnev, András Schiff und Pinchas Zukerman musizieren oft in Doppelfunktion als Solist und Dirigent. Zu den Gastdirigenten zählen u. a. auch Vladimir Ashkenazy, Theodor Guschlbauer und Heinz Holliger.
Orchester mit 70 Konzerten pro Saison
Das Orchester gibt pro Saison rund 70 Konzerte mit hochstehenden und innovativen Programmen, davon rund 40 in Winterthur im Rahmen eigener Konzertreihen im Stadthaus, dem soeben restaurierten Prachtbau von Gottfried Semper (Erstellung 1865–1869).